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Publiziert am: 2005-07-04 (56094 mal gelesen)

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VDR-EPIA
von Mirco








VDR-EPIA-Projekt

Anforderungen

Das teil soll die folgenden Anforderungen erfüllen:
  • Geräuschloser PC
  • Passiv gekühlt
  • DVB-enabled
  • VDR muss sauber und stabil drauf laufen
  • Das ganze muss per Lirc fernsteuerbar sein
  • Ausreichend Dimensioniert für DVD, DivX und Mp3
  • Ansprechendes, wohnzimmergemäßes (was immer das bedeutet) Gehäuse
  • Möglichst hoher WAF (siehe c´t 1/2004)
  • Software soll keinen Pfennig kosten (die Hardware ist schon teuer genug!!)

Ablauf

Schritt Aktion Beschreibung
1 Hardware gekauft:
Bezeichnung Preis
VIA EPIA ME6000, Mini-ITX-Board.
Die CPU ist fest verlötet und das Ganze kommt ohne aktive Kühlung zurecht.
139 €
256MB Speicher von Apacer
PC2700 CL2.5
45 €
Festplatte, 120GB
Samsung SV1203N, 5400 RPM, 2MB cache
88 €
DVB-Karte
Hauppauge Win/TV Nexus-s (das "s" steht für "Sat" im Gegensatz zu "t" für "Terrestrisch" und "c" für "Cable")
228 €
11 MBIT/WLAN USB-Stick
Netgear MA 111
50 €
Risercard GA Slot 1 PCI 15 €
Jetson@Home Gehäuse von Fujitsu-Siemens
Mit lüfterlosem Netztteil und Slim-DVD-ROM
84 €
Macht zusammen.... 649 €
2 Aufbau
Mal testhalber alles zusammengestöpselt.
  • HDD an Primary IDE als Master
  • DVD an Secondary IDE als Master
3 Software Installatione

1. Platte vorbereiten

Hinweis:
Bei Knoppix kann man sich ja nicht ohne weitere Handgriffe als Root einloggen. Alle Commandos, die man also bei einer "normalen" Linux-Installation als Root machen würde macht man unter Knoppix mit

sudo -u root

System wird mit Knoppix gebootet und mit

sudo -u root cfdisk /dev/hda

folgendermaßen partitioniert:

Name Flags Part.Typ Dateisystem Größe
hda1 Boot Primäre Linux 10001,95
hda5 Logische Win95 FAT32 110054,25

Dann wird die Große FAT32-Partition formatiert:

sudo -u root mkdosfs -F 32 -v /dev/hda5

2. Linux-Installation

Hinweis:
Die Installation von Linux erfolgt erst mal ohne eingebaute DVB-Karte.

Verwendet wird ein SuSE 8.2 Professional. Installationsparameter sind: Minimales Grafisches System (ohne KDE)
die große Partition wird nicht, wie vorgeschlagen auf /windows/C gemountet sondern auf /data

3. VDR Installation

DVB-Treiber installieren

Im Homeverzeichnis

mkdir dvb
cd dvb
tar -xzf /home/billa/software/archives/linuxtv-dvb-1.0.1.tar.gz
ln -s linuxtv-dvb-1.0.1 DVB

als root weiter

cd DVB
make

Bei mir hat der make zunächst einen Fehler ausgegeben, von wegen der "Loadable Module Support" sei im Kernel deaktiviert. Hab dann einfach in /usr/src/linux ein make cloneconfig gemacht, dann hat das make gefunkt. Offensichtlich schaut das make nach einer /usr/src/linux/.config und findet sie nicht (bei einer Neuinstallation) und fliegt raus.
Dann Im Verzeichnis DVB/driver

make insmod CARDS=av7110
make install

zum testen

cd apps/szap
./szap -c channels.conf-dvbs-astra -n 001

nun sollte der Ton von der ARD zu hören sein. mit

xawtv

kamma auch das Bild sehen.

VDR installieren

Im Verzeichnis

/dvb
tar -xjf /home/billa/software/archives/vdr-1.2.6.tar.bz2
ln -s vdr-1.2.6 VDR
cd VDR

Evtl. das Makefile anpassen und die Variable

VIDEODIR = /data/video

anpassen. Dann

make VFAT=1 REMOTE=LIRC
cp *.conf /data/video/

Lirc installieren

Hinweis:
Mit Lirc kann man unter Linux mit dem entsprechenden IR-Empfänger Befehle einer Fernbedienung empfangen. Nähere Infos zu Lirc und eine Bauanleitung für ein IR-Empfänger für den seriellen Port gibt es unter www.lirc.org. Die Software ist bei allen aktuellen SuSE Distris dabei und kann komfortabel über den YAST installiert werden.

Mit

irrecord /etc/lircd.conf

die Fernbedienung anlernen und dann mit

irw

testen. Wenn irw auf Tastendruck (auf der Fernbedienung wohlgemerkt) endlose Datenkolonnen ausgibt, dann scheint der Empfänger korrekt zu arbeiten.

VDR Plugins installieren

Um den VDR "nur" als digitalen Videorecorder zu betreiben muß keines der folgenden Plugins installiert werden. Einige der Plugins sind noch in einem sehr frühen Entwicklungsstadium, also etwas mit vorsicht zu genießen Also nicht wundern, wenn beim Starten eines Plugins der VDR gleich mit in den Abgrund gerissen wird. Was solls´, wenn man den VDR mit dem script dvb/VDR/runvdr gestartet hat wird der Prozess überwacht und bei Bedarf neugestartet. Generell werden alle Plugins nach /dvb/VDR/PLUGINS/src installiert, also zuächst dahin entpackt.
DVD Plugin
Quelle: vdr-dvd-0.3.4-rc4.tar.bz2
Voraussetzungen: siehe auch http://jausoft.com/Files/vdr/vdr-dvd/
vdr-1.2.6
libdvdcss-1.2.6.tar.gz schnell saugen solange es sie noch gibt
libdvdnav-0.1.9
liba52

Das Plugin ist mit folgenden Versionen getestet:
libdvdcss: 1.2.6
libdvdnav: 0.1.9
liba52: 0.7.3 (ältere Versionen funktionieren nicht)

Diese Libs also vor der Installation des DVD-Players mit

./configure
make
make install

installieren.

Installation des eigentlichen DVD-Plugins:

In

/dvb/VDR/PLUGINS/src
tar -xjf vdr-dvd-0.3.4-rc4.tar.bz2
cd dvd-0.3.4-rc4/

Im Makefile folgende Zeile entsprechend dem Ort der Libs anpassen

NAVDIR = /usr/local/include/dvdnav

dann als root unter

/dvb/VDR
make plugins

ausführen.
Email Reader Plugin
Quelle: vdr-vdrmail-0.0.2.tgz.tar
Voraussetzungen: libspopc
Ich verwende die neueste Version libspopc-0.5.8. Einfach als normaler user make und dann als root make install aufrufen. Das installiert die libs in /usr/lib

Installation des Email-Plugins:

In

/dvb/VDR/PLUGINS/src
tar -xzf vdr-vdrmail-0.0.2.tgz
ln -s vdr-vdrmail-0.0.2 mail

dann als root unter

/dvb/VDR make plugins

ausführen.

Hinweis:
Das Teil läßt sich zwar kompilieren, aber nicht mit dem VDR starten, weil eine lib nicht gefunden wird. Abhilfe schafft:
Im Verzeichnis:

dvb/VDR/PLUGINS/lib
ln -s libvdr-vdrmail.so.1.2.5 libvdr-mail.so.1.2.5

MPlayer/MP3 Plugin
Quelle: vdr-mp3-0.8.3.tar.gz
Voraussetzungen: libmad-0.14.2.b
Installieren mit

./configure --enable-shared
make

und als root

make install

----------------------------
libsndfile-1.0.5

Installieren mit

./configure
make

als root

make install

Hinweis:
Das Teil lies sich nicht kompilieren, wg. folgendem Fehler:

make[1]: autogen: Kommando nicht gefunden

also schalt ich halt die LIBSNDFILE-Unterstützung im Makefile des MPlayer/MP3 Plugin aus.

----------------------------

[TODO CD support]

----------------------------

Installation des MPlayer/MP3 Plugins

In

/dvb/VDR/PLUGINS/src
tar -xzf vdr-mp3-0.8.1.tar.gz
ln -s mp3-0.8.1 mp3 cd mp3-0.8.1/

Anpassen des Makefiles. Einfach den Kommentar entfernen, wenn das entsprechende Modul nicht kompiliert werden soll. Ich brauche z.Zt keine OggVorbis-Unterstützung. Auch die LIBSNDFILE-Unterstütung für WAV-Dateien und Windows-Metafiles ist aus oben genannten Gründen deaktiviert.

#WITHOUT_MP3=1
#WITHOUT_MPLAYER=1
WITHOUT_LIBSNDFILE=1
WITHOUT_LIBVORBISFILE=1

Dann als root

/dvb/VDR
make plugins

Um das Plugin in Betrieb zu nehmen muß allerdings auch der MPlayer neu kompiliert werden. Ihm muss nämlich mitgeteilt werden, daß er seine Ausgabe nicht über die Grafikkarte tun soll, sondern über die eingebaute DVB-Karte mit ihrem TV-Out. Folgende Schritte erklären das Kompilieren des MPlayers für diesen Sonderfall:

Im MPlayer-Verzeichis

./configure --prefix=/usr --enable-dvdread --disable-mpdvdkit --confdir=/etc/mplayer --enable-gui --enable-menu --disable-libfame --enable-css --enable-dvb --with-dvbincdir=/home/billa/dvb/DVB/include

Die Pfade müssen natürlich entsprechend angepasst werden.

Mit dem MPlayer/MP3 Plugin wird eine Datei namens mplayer.sh geliefert. Dieses Shellskript sollte allerdings nicht verwendet werden, sondern dieses. Es bietet einige sinnvolle Erweiterungen zum Standard-Skript. Beispielsweise lassen sich im optimierten Script bestimmte Parameter ändern, mit denen das Plugin den MPlayer aufruft. Einige dieser Parameter machen vor allem dann Sinn, wenn das System nicht das leistungsstärkste ist.

Folgende Parameter in der mplayer.conf müssen auf jedenfall geprüft und gegebenenfalls geändert werden,

MPLAYER="/usr/bin/mplayer"
AO="mpegpes -afm 9 -slave -quiet"
PAL="true"
NTSC="false"

Ersterer ist der Pfad zum MPlayer-Executable, das nächste sagt dem MPlayer, daß er im slave-Mode starten soll, die letzten Beiden setzten den Ausgabemode auf das entsprechende TV-Format. Bei uns wird das wohl meistens "PAL" sein.

Eine weitere Einstellung muss vorgenommen werden, damit das MPlayer/MP3 Plugin die Dateien findet, die mit ihm abgespielt werden sollen. Hierzu sind folgende Schritte zu unternehmen. Die Datei mp3sources.conf.example aus dem Verzeichnis dvb/VDR/PLUGINS/src/mp3/examples als mp3sources.conf nach /data/video/plugins kopieren. Dort muss drinstehen, wo das Plugin nach Mp3-Dateien suchen soll. Also

cp dvb/VDR/PLUGINS/src/mp3/examples/mp3sources.conf.example
/data/video/plugins/mp3sources.conf

Ebenfalls in /data/video/plugins muss eine Datei mplayersources.conf angelegt werden. Wie bei der mp3sources.conf werden die Verzeichnisse angegeben in denen nach (Video)-Datein für den MPlayer gesucht werden soll.

TVTV Plugin
Mit dem Plugin kann der VDR über den EPG (Electronic Programm Guide) von www.tvtv.de über das Internet mit Timern gefüttert werden. Hierzu registriert man sich auf www.tvtv.de. Jede Sendung lässt sich mit einem roten Knopf für die Aufzeichnung markieren. Das Plugin fragt in regelmäßigen Zeitintervallen die TVTV-Website ab und erkennt die zur Aufzeichnung markierten Sendungen und richtet auf dem VDR automatisch die entsprechenden Timer ein. Wichtigste Voraussetzung für dieses Plugin ist also der Zugang zum Internet.
Quelle: vdr-tvtv-0.1.6.tgz.tar
Voraussetzungen: libspopc
Ich verwende die neueste Version libspopc-0.5.8. Einfach als normaler user make und dann als root make install aufrufen. Das installiert die libs in /usr/lib

Installation des TVTV Plugins:

In

/dvb/VDR/PLUGINS/src
tar -xzf vdr-tvtv-0.1.6.tgz.tar
ln -s tvtv-0.1.6 tvtv

ausführen und dann als root unter

/dvb/VDR
make plugins

Es gibt noch zahllose weitere Plugins für dem VDR. Mehr oder weniger sinnvolle, stabilere und instabilere. Auf dem VDR-Portal gibt es sie alle. Hier noch eine kleine Auswahl:

Lynx-Browser Textbasierter Internet-Browser
MPlayer Cluster Abspielen von MPlayer-Dateien auf einer anderen Maschine
Games-Plugins Verschiedene Spiele: Tetris, Worm, ...
Calendar EPG-Plugin Stellt die EPG-Daten aller Programme auf einmal dar.
4 Gehäuse aufgebohrt

Das Gehäuse erstma entkernen. Das Lüfterlose Netztteil hat im Endausbau eh keinen Platz mehr. Der separate Lüfter, der das Netzteil von außen anbläst fliegt raus. Das hat nämlich den Geräuschpegel eines Düsenjets. Damit wäre das lüfterlose Netztteil und Board fürn Arsch.

Zudem müssen in das Gehäuse noch zwei Löcher für den SAT-Anschluß und die Kabelpeitsche der DVB-Karte gebohrt werden. Und ein kleiner Schlitz für das gebogene Ende des Slot-Blechs wird auch noch reingeschnitzt.

5 PCI mit Riser-Card

Mit der verwendeten Riser-Card liegt die DVB-Karte genau auf den Soundausgägen des Boards auf.

Bis zum Anschlag lässt sich die Riser-Card allerdings nich in den PCI-Slot pressen. Ist aber wurscht, funkt trotzdem.

6 Zusammenbau

Jetzt wird das ganze in das Gehäuse gesetzt und verkabelt. Die Mainboardhalterungen im Boden des Jetson-Gehäuses passen genau für den Mini-ITX Formfaktor.

Das (inzwischen externe) Netztteil wird über eine ATX-Verlängerung mit dem Board verbunden.

Das Slim-DVD-Laufwerk liegt auf einem Gehäuseblech haarscharf oberhalb der DVB-Karte.

7 Fernbedienung
Hier verwende ich eine 8-Euro Universal Fernbedienung von Aldi. Funktioniert spitzenmäßig mit meinem Grundig-Fernseher und der VDR-Box.
8 Fertig

So sieht das Ganze dann im Wohnzimmer aus. Einmal von vorne und einmal mit dem Kabelverhau von hinten. Das Netztteil liegt jetzt einfach hinter der VDR-Box. Das ist halt der Preis für das relativ Kompakte Gehäuse.

Zu beachten ist, daß die DBV-Karte geradezu monströse Ausmaße hat. Außerdem scheint sie 99% des Stroms in Hitze umzuwandeln. Dahe bezweifle ich ob ein noch kleineres Gehäuße Sinn macht.

In den USB-Port wird noch der WLAN-Stick von Netgear eingestöpselt. Das wars!!

Für die Zukunft

Zu überlegen ist ob statt dem großen externen Netzteil ein 12-V-Netzteil verwendet werden soll.

Dieses ist auch in meinem T3-EPIA-Projekt verbaut.

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